· 

North Cascades

[ North Cascades National Park  ]

north cascades national park lake forest mountains igoplaces.de

Ich bahne mir meinen Weg durch das dichte Unterholz, schlängle mich vorbei an den harzigen Stämmen der Fichten. Hier irgendwo muss er sein. “Er” ist eigentlich nur einer unter vielen. Ein Gebirgssee mitten im dichten Wald. Unterwegs bin ich in einem der am wenigsten besuchten Nationalparks der USA, nur wenige Kilometer südlich der kanadischen Grenze. Eine Region deren großer Reichtum an Naturschätzen kaum zu erfassen ist.  

Ich schiebe mich durch eine Baumreihe, als das fast schon montone Braun und Grün der Bäume überraschend einem kräftigen Blau weicht. Wie geblendet löst sich mein Blick vom Boden: Da ist er. Ein beeindruckender See liegt vor mir - mitten im Nichts, nur mit ein paar Bergen im Hintergrund. Abenteuer, Einsamkeit und Wildnis - hier bin ich richtig.  Hier bin ich im North Cascades National Park.  

 


 Das Prasseln des Regens auf dem Dach hat mir letzte Nacht den Schlaf geraubt. Kein Auge habe ich zubekommen, so stark hat es geregnet. Und dennoch, denke ich, während meine Füße mich trittsicher durch den Wald tragen, heute ist der Boden fast vollständig getrocknet. Es ist nicht nur angenehm warm, es duftet auch wundervoll nach Wald.

 

 

Für den geübten US-Nationalpark Besucher ist es fast schon ein verstörendes Erlebnis - hier ist alles etwas anders. Es gibt keine gut ausgebauten Wege und Trails, keine großen Informationszentren. Nur ein einziges Besucherzentrum sowie einige Ranger- und Informationsstationen (die allesamt noch nicht einmal ganzjährig geöffnet haben), befinden sich im Park oder in Parknähe (z.B. in Sedro-Woolley). Den Rest besorgen Aufsteller aus Holz. Erstaunlich, bedenkt man, dass der North Cascades NP in etwa die vierfache Größe des Zion NP hat und damit ungefähr so groß wie das Saarland ist.

 

 


north cascades national park lake forest mountains igoplaces.de

Genau dies macht den Park aber so besonders. Er ist durch Menschen nahezu unbeeinflusst. 600 km primitive Wanderwege durchziehen das über über 2.000 km² große Schutzgebiet, das im Hochgebirge der so genannten Kaskadenkette (ein Gebirge vulkanischen Ursprungs) liegt. Der westliche Teil des Parks ist hierbei deutlich feuchter und grüner, als der östliche. Etwas vereinfacht bleiben die über den Pazifik heran strömenden Wolken an den Bergen hängen. Mit der höchsten Erhebung von 2.800 Metern (Goode Mountain) und mehreren Gipfeln über 2.500 Metern Höhe, ist das plausibel vorstellbar. 

Der größte menschliche Eingriff ist am Skagit River zu beobachten. Dieser durchzieht entlang der einzig nennenswerten Straße in der Region mit seinen Nebenarmen den Park In Ost-West-Richtung. In mehreren Staustufen werden hier teilweise gigantische Frischwasser-Reservoire erzeugt. Das größte - der Ross Lake -  ist sogar als National Recreation Area ausgewiesen. 


Der Schutz macht sich bemerkbar… mehr als 1.500 Pflanzenarten wurden in den Gebieten des NPS bestimmt. Außerdem ist der Skagit River bei Weißkopf-Seeadlern beliebt, die hier auf Lachsfang gehen.  

Hier ist eigentlich die Wildnis das Highlight. Die Berge, die vielen kleinen Seen und der Wald - es gibt wirklich einiges zu entdecken. Besonders beliebt ist auch der Diablo Lake, ein Stausee der durch den mineralen Abrieb besonders türkis leuchtet (aber auch mit dem Auto erreichbar ist). Wanderfreudige, die hier unterwegs sind, können sich rühmen, auf den letzten Metern des PCTs zu wandern. Der Pacific Crest Trail ist eine der bekanntesten Fernwanderrouten der USA und beginnt im Süden Kaliforniens. Läppische 4.300 km später endet er im Grenzgebiet mit Kanada. 

north cascades national park lake forest mountains igoplaces.de

[ noch einmal wiederkommen? ]

Ein klares Votum: Auf jeden Fall! Denn hier blieb wirklich einiges unentdeckt. Ich bin mehr oder weniger zufällig im North Cascades NP gelandet und in einer so weiten Landschaft ist Zufall kein guter Kompass. Die gesamte Region in WA ist wirklich spannend. Der Mount Baker-Snoqualmie National Forest und auch die nahe gelegenen NRAs ... Gründe zum zurückkommen gibt es wirklich genug. 

 

Für Inspirationen bieten die Website von Experience Washington oder das North Cascades Institute wirklich einen sehr guten Ausgangspunkt.  


Bist Du gerne abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs?

... dann ist das Buch sicherlich etwas für Dich! Viel Herzblut und viele tolle Ideen sind in dieses Buch eingeflossen. Die 50 Tipps sind 50 einzigartige Orte, die mir in über 10 Jahren USA-Reisen besonders ans Herz gewachsen sind. Sie sind für mich die idealen Orte für einen ausgewogenen und abwechslungsreichen Roadtrip. Je nach Lust und Laune mal in der Stadt, mal in der Einöde; mal leicht zu erreichen, mal etwas schwieriger. Aber eben alle ganz besonders und immer zumindest einen Hauch abseits der Massen.

Du bekommst es entweder direkt beim Verlag, im Buchladen deines Vertrauens oder bei Amazon...

Und ansonsten schreibst Du mir, dann bekommen wir sicherlich etwas hin.... 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0