Mirror Lake Highway

[ eine strasse - ein abenteuer. ]

Türkisfarbene alpine Bergseen, wundervoll duftende, dichte Nadelwälder und eine mit rostbraunen Laub überzogene Hügellandschaft - dieses Fleckchen Utah ist wirklich sehr besonders. Straßenkarten verzeichnen die knapp 90 Kilometer lange Route von der Grenze zu Wyoming bis nach Kamas unscheinbar als State Highway 150. Doch dieser Highway hat es in sich. Hunderte kleine und große Seen, Berge und eine abgelegene Waldlandschaft sind der Traum eines jeden Abenteurers.   

 


[ nächtliche abenteuer ]

Die bunte Farbe blättert etwas von den Buchstaben auf dem eher unprätentiösen Schild ab, das am Wegesrand mehr dezent als pompös auf den Beginn des Uinta-Wasatch-Cache National Forest hinweist. Die erste geeignete Haltebucht nach Passieres des Schildes lässt aber nicht lange auf sich warten. Gurgelnd verstummt der V8, als ich enthusiastisch den Zündschlüssel drehe und mich aus dem Wohnmobil auf die Straße schwinge. Ich verharre einen Moment, doch ich höre - nichts. Nichts außer Natur. Vor mir fließt plätschernd ein wunderschön geschwungener Flusslauf durch die beeindruckende Waldlandschaft, die mittlerweile ihr herbstliches Gewand übergestreift hat. Im Hintergrund erheben sich majestätisch die Gipfel des Uinta-Gebirges.     

 

Ich weiß gar nicht so genau, wie sich der Mirror Lake Highway am besten beschreiben lässt. Zu vielfältig ist, was er zu bieten hat. Mit einer Fläche von über 10.000 km² ist der National Forest halb so groß wie Hessen und umspannt weite Teile Nord Utahs. In dem besonders abgelegenen Stück ca. 100 km östlich von Salt Lake City ist die UT-150 (auch Mirror Lake Scienc Byway genannt) die einzige richtige Verkehrsader. 

 

Inhalte von Google Maps werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf die Cookie-Richtlinie (Funktionell), um den Cookie-Richtlinien von Google Maps zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Google Maps Datenschutzerklärung.

[ mirror lake und andere seen ]

Für viele einheimische Besucher ist der Namensgeber der Region, der Mirror Lake, Anziehungspunkt zum Angeln, Wandern und Entspannen. Der relativ große See liegt direkt an der Straße und ist sicherlich auch echt schön anzusehen. Er ist aber bei weitem nicht der einzige See und mich persönlich haben die etwas kleineren, unbekannteren viel mehr angesprochen. Ähnliches gilt übrigens für den Lost und Butterfly Lake. Für etwas mehr Abgeschiedenheit und ein kleines Wandererlebnis habe ich mich für die Region nördlich des Washington Lakes entschieden. Besonder der Cliff Lake ist wirklich beeindruckend schön. Und die zahlreichen Wanderwege hier lassen dich die ideale Route in Länge und Schwierigkeit finden. Das tolle hier ist: hinter jeder Ecke wartet ein neuer See - ideal zum Erkunden und die Welt vergessen. 


[ bald mountain ]

Es ist wirklich erstaunlich, wie sehr sich die Landschaft im Verlaufe von nur wenigen Kilometern ändern kann: Nadelwald, Laubwald, Berge, Flachland. Und auf gut der Hälfte der Strecke liegt der Bald Mountain Pass. Er ist mit fast 3.300m der höchste Punkt der Route. In dieser Höhenlage sind schroffe Felsen mit den letzten Nadelbäumen vorherrschend. Von der Haltebucht direkt am Pass lässt sich über einen kleinen Fußweg der Weg direkt bis an den Rim bahnen. Der Ausblick von hier oben ist genial. Er reicht fast bis Kamas tief in die schwer zu begreifende Weite und Einsamkeit des National Forest. 


[ Provo Falls ]

Einer der wohl bekanntesten Spots entlang des Mirror Lake Highway sind die Provo Falls. Diese Kaskaden-Wasserfälle liegen kurz hinter dem Bald Mountain Pass. Hier gibt es einen ausgebauten Spazierweg, zumindest zu einem Teil der Wasserfälle. Wie überall im National Forest gilt aber auch hier: wer erkundet, ist König. Ich bin einfach ein Stündchen am Fluss entlang gekraxelt und hatte so auch wieder alles für mich alleine. 

[ mein highlight ]

Mein Highlight hier ist weniger ein Ort, als ein überwältigendes Gefühl. Die unendliche Weite und absolute Leere. Fast so etwas wie das absolute Gegenteil von Klaustrophobie. Am Anfang war es fast eine Spur bedrückend, aber dann absolut berauschend. Ich habe mich treiben lassen und bin kleinen Forest Roads bis an verlassene Seen und schöne Aussichtspunkte gefolgt. Wo immer es mir schön erschien, bin ich geblieben.

[ mein tipp ]

Ich bin den Mirror Lake Highway von Norden nach Süden gefahren (also aus Wyoming kommend). So würde ich es auch jedem empfehlen. Bereits die ersten Kilometer sind so ein echtes Spektakel. Außerdem liegt die Bear River Guard Station gleich zu Beginn. Hier gibt es nützliche Tipps vom Ragner und auch ein paar sehr hilfreiche Karten. Ohne auch nur einen Funken Handy-Empfang sind offline-Karten (auch zum wandern) sehr hilfreich. 


[ weitere infos ]